Renntag Istanbul  

 
Als am vergangenen Montag die Anfrage von Frau Santesson kam, ob ich nicht auch Lust hätte in Istanbul in einem internationalen Amazonenrennen mitzureiten, gab es im Grunde keine große Überlegung. Frau Santesson und Sabine Effgen haben sich klasse um alle Modalitäten gekümmert, der türkische Jockeyclub hat vom Besitzer des Pferdes den Flug und Hotel buchen lassen, alles einfach perfekt organisiert. Meine 2 Ritte für den Hamburger Renntag am Sonntag bekam ich rechtzeitig abgesagt, leider ging der Flug bereits Samstag zu einer Zeit, wo ich dann unmöglich in Hamburg einen Ritt für Trainer Christian v.d. Recke ausführen konnte. Trainer Christian v.d. Recke hatte aber sofort Verständnis und es war schon Donnerstag Abend Ersatz für mich gefunden. Danke an Trainer Recke, der mir keine Steine in den Weg legte und und Verständnis zeigte, ebenso wie mein Trainer Andreas Löwe, der mich dafür freigestellt hat. Trotzdem unbegreiflich, ich fahr auf alle Bahnen, lasse nie jemanden hängen, geben die mir 50 Euro Strafe dafür wegen Nichtausführung eines angenommenen Rittes. Wenn ich das mit dem Trainer nicht vorher abgeklärt hätte, könnte ich das ja noch verstehen, aber durch die Buchung des Fluges von Frankfurt aus ging das nicht anders. Naja, wie sagt man so schön, Mund abputzen ... ;-)

Ich hab mir dann schon hier in Deutschland angesehen welches Pferd ich reite, welche Formen da sind und mir alle Rennfilme von Nos angesehen. Naja, Nos stand mit einem Rating von 49 nicht gerade gut aussehend in diesem Rennen, da waren Pferde mit weitaus höherem Rating drin, der Favorit stand sogar bei einem Rating von 82. Aber ich dachte mir, eine neue Erfahrung, die man mitnehmen und Deutschland gut vertreten sollte.

Mein Schnuck hatte mit dem Jockeyclub dort telefoniert, die waren sehr angetan, dass auch jemand aus Deutschland kommt um dort Bilder zu machen. So hat er sich dann einen Flug mitgebucht und so ging es am Samstag dann um 15:00 Uhr von Frankfurt aus Richtung Istanbul. Ein Vertreter des Jockeyclubs kam uns am Flughafen abholen, hat uns zum Hotel gebracht und kam uns auch am nächsten Tag vom Hotel zur Rennbahn abholen. War einfach rundum gute Betreuung.

Ich war überwältigt von der Rennbahn ... da fehlen einem echt die Worte. Ein Gelände, ich habe selten eine solch perfekt gepflegte Anlage gesehen und das Geläuf war einfach ein Traum. Mir wurde von den Verantworlichen alles gezeigt, man hat mich um die Bahn geführt damit ich die Kursführung kenne, ich war erstaunt welche Mühe die sich gemacht haben.

Die Pferde werden grundsätzlich von 2 Führern begleitet, einer rechts, einer links. Alle im gleichen Outfit, das ist nicht nur hochprofessionell, ich denke das kommt denen auch zu gute, alle Pferde ganz entspannt, ruhig, keine Zicken, nichts. Ich hab mich zwar gewundert, warum dort fast alle mit Ohrenkappen oder Ohrenstöpslen laufen, nachdem ich später die Emotionen dort mitbekommen habe, kann ich mir das denken. Am Renntag waren ca. 40.000 Besucher auf der Bahn, ich habe noch nie eine solche Stimmung auf einer Rennbahn erlebt. Die Jockeystube, selbst in Frankreich habe ich so etwas noch nicht gesehen.

Das Rennen, ich kam in den Führring, Trainer, Besitzer und Freunde dort. Der Besitzer hat einige Zeit in Deutschland verbracht und hat mir dann die Order auf deutsch gegeben. Ich sollte mich am besten vorne mit dranklemmen, am besten 3. bis 4. Stelle gehen, wenn niemand gehen will, soll ich mein Rennen selbst machen. Aufpassen sollte ich, Nos ist etwas faul und ihn ein wenig bei Laune halten. Ich denke, das habe ich gut hinbekommen, ich hab das Rennen von der 4. Stelle aus geritten, saß dann auch noch auf der Bremse, als vor mir jemand reinzog. Ich bin dann raus, direkt daneben und hab Nos dann einfach bei Laune gehalten. In der Geraden konnte ich innen durch, plötzlich ist der voll da und bietet mir was an. Also reiten und schauen ... naja ... er hat mich eines besseren belehrt, der ging und ging und ging, ich dachte noch, der Favorit muss doch irgendwann mal auftauchen, er kam nicht. Drin das Ding, mein erster Sieg im Ausland. Und wie mir vom Jockeyclub gesagt wurde, habe ich als erste Profireiterin überhaupt hier ein Rennen gewonnen.

Nach meinem Rennen hatte ich Zutritt zum VIP-Bereich, das hat mich dann wirklich mitgenommen. Das Derby der Türkei wurde an dem Tag auch noch gelaufen, ich habe noch nie eine solche Show vor einem Rennen gesehen. Die Parade, dann vor dem Rennen eine Show auf der Bahn in den Farben der Besitzer, es war einfach einfach Gänsehaut pur, auch wenn man nichts damit zu tun hat. Und wie die Besucher dort einen Sieger feiern, einfach fantastisch.

Liebe Fr. Santesson, liebe Sabine, vielen Dank für die Vermittlung und Organisation! Ich war überwälitgt von den Emotionen dort und bedanke mich ganz herzlich für das Erlebnis! Dass ich dort noch meinen 1. Sieger im Ausland geritten bin, es freut mich und bleibt ein unvergessliches Erlebnis.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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